In Österreich sind von Gesetztes wegen unterschiedliche Ebenen der Interessensvertretung für alle „unselbstständig Erwerbstätigen“ vorgesehen. Diese gehen von freiwilligen Berufsvereinigungen (Gewerkschaften) bis hin zur Pflichtmitgliedschaft bei der Arbeiterkammer. Der Betriebsrat ist ebenfalls eine vom Gesetzgeber verpflichtend vorgeschriebene Einrichtung einer gelebten „Betriebsdemokratie“.
Im Arbeitsverfassungsgesetz steht hierzu, dass „In jedem Betrieb, in dem dauernd mindestens fünf stimmberechtigte Arbeitnehmer beschäftigt werden, […] von der Arbeitnehmerschaft Organe zu bilden [sind ].“, wobei mit „Organe“ alle innerbetrieblichen Interessensvertretungen gemeint sind, welche sich auf Grund einer Wahl bilden.

Des Weiteren gibt es noch Einrichtungen, welche auf anderen Gesetzen basieren. Es sind dies z.B. die Behindertenvertrauensperson oder die Sicherheitsvertrauenspersonen. Der Ursprung dieser gesellschaftlichen Entwicklung findet sich bereits in der 1848er Revolution, bei der die Wiener Studentenschaft eine tragende Rolle spielte. International wird heute das österreichische System der Sozialpartnerschaft als eines der am besten entwickelten angesehen. Vor allem das Arbeitsverfassungsgesetz hat immer wieder „Vorbildwirkung“, welcher auch die EU mit der Einführung des „Europäischen Betriebsrat“ Rechnung getragen hat. Hierbei sind führende Mitglieder des ÖGB in tragender Rolle zu finden.