BR-Newsletter | 21.06.2017

21.06.2017

Hitze und Arbeiten

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Heute früh war’s dann auch bei uns im BR Büro soweit: nach dem Öffnen der Bürotür empfing uns ein Hitzeschwall. Jetzt musste es schnell gehen: die Jalousien zu, damit zumindest die letzten Sonnenstrahlen draußen gehalten werden und den Ventilator an, um zumindest die warme Luft ein bisschen herum zu blasen. Aber wirklich frisch und munter wird man dadurch nicht wirklich. So geht es derzeit vielen von uns, die in keiner klimatisierten Umgebung arbeiten.

Expert_innen, die sich schon lang mit dem Thema beschäftigen wissen:

Bei Hitze nimmt die Leistungsfähigkeit und Konzentration jedoch deutlich ab.

Und das sowohl bei körperlicher Tätigkeit als auch bei geistiger Tätigkeit um 30 bis 70 Prozent. Das bedeutet: sinkende Arbeitsqualität und steigende Fehlerhäufigkeit sowie Unfallrisiko.

Leider ist im Gesetz nirgends vorgesehen, dass man die Arbeit niederlegen darf, wenn es zu heiß wird oder, dass verpflichtend Klimaanlagen installiert werden müssen.

Trotzdem gibt es Regeln, die helfen können.

Von Arbeitgeber_innenseite sind sämtliche Maßnahmen zu ergreifen, die dazu geeignet sind, die Temperatur zu senken:

z.B. rechtzeitiges Lüften, Beschattung durch Jalousien, Bereitstellung von Ventilatoren o.ä., organisatorische Unterstützung wie zusätzliche Pausen, geeignete Getränke oder zeitliche Verlegung von bestimmten Arbeiten (Gleitzeit und Arbeitszeitvereinbarung beachten!).

Und sollten doch Klimageräte vorhanden sein, müssen dafür auch ganz bestimmte Regeln eingehalten werden.

Kolleg_innen die im Freien arbeiten müssen, sind besonders zu unterstützen: durch geeignete Kleidung, UV Schutz, Getränke, Ausgestaltung des Arbeitsplatzes und spezielle Information.

Besonderer Schutz und Aufmerksamkeit gebühren natürlich werdenden und stillenden Müttern, Frauen an Steharbeitsplätzen, älteren und gesundheitlich gefährdeten Arbeitnehmer_innen.

Bei Unsicherheiten oder konkreten Anliegen und Fragen gibt es 

Hilfe, Rat und Information bei:

-      den Dienstvorgesetzten und Sicherheitsvertrauenspersonen

-      dem Arbeitnehmer_innenschutz

-      der Arbeitsmedizin

-      und natürlich den Betriebsrät_innen

Um die nächsten Tage zu überstehen, haben wir uns im BR-Büro vorgenommen, gleich ganz früh zu lüften, die Sonne möglichst draußen zu halten (dazu gehört auch, eine zusätzliche Rollo zu beantragen…) und genug zu trinken – und hoffen, dass die nächste Abkühlung kommt, bevor der Beton auf der Ringstraße unsere Räume auf Backofentemperatur heizt.

Und ein Tipp noch zum Schluss:

Die außergewöhnliche Belastung durch Hitze ist übrigens auch ein Thema bei der derzeit noch bis zum 19. Juli offenen Evaluierung der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz, die wir, auch wenn sie nicht zu 100% perfekt ist, doch zumindest als ein Mittel zur Erhebung von Problemen empfehlen.  

Links zum Thema:

Arbeiten bei Hitze (AK)

Infos für Sicherheitsvertrauenspersonen (AK)

Mit bestem Gruß,
Ihr Betriebsrat